Wäsche in der Wohnung zu trocknen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Mengenfrage: Eine Ladung gibt mehr Wasser an den Raum ab, als die Luft aufnehmen kann. Was übrig bleibt, landet an der kältesten Stelle im Zimmer. Diese Seite rechnet vor, wie lange ein Luftentfeuchter für eine Ladung braucht, was das an Strom kostet und warum das große Gerät nicht teurer ist als das kleine.
Wer keinen Trockner hat, hängt die Wäsche auf – im Bad, im Schlafzimmer, im Wohnzimmer. Das Wasser verschwindet dabei nicht, es zieht in die Raumluft. Und die Raumluft ist ein erstaunlich kleiner Behälter. Wie klein, zeigt die erste Rechnung auf dieser Seite. Danach steht, wie lange ein Luftentfeuchter für eine Ladung braucht, was sie an Strom kostet und welche Geräteeigenschaften dabei wirklich zählen. Alle Zahlen stammen aus den Herstellerangaben unseres Vergleichs und aus der Sättigungstabelle, mit der auch unser Rechner arbeitet – der Rechenweg steht jeweils dabei.
Eine Wäscheladung, die im Raum trocknet, gibt rund 1,5 Liter Wasser an die Luft ab. Mit diesem Wert rechnet auch unser Luftentfeuchter-Rechner. Wie viel davon die Luft schlucken kann, hängt allein an Temperatur und Ausgangsfeuchte.
Nehmen wir ein typisches Zimmer: 16 m² bei 2,5 m Höhe, also 40 m³, 20 °C warm, vorher bei angenehmen 55 Prozent Luftfeuchte.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wasser, das die Luft bei 20 °C maximal hält | 17,3 g/m³ × 40 m³ | 692 g |
| Wasser, das schon drin ist (55 %) | 692 g × 0,55 | 381 g |
| Luft ist voll nach noch … | 692 − 381 | 311 g |
| Die Wäsche bringt aber mit | – | 1500 g |
Die Luft in diesem Zimmer nimmt also rund 0,3 Liter auf, dann ist sie gesättigt. Die übrigen 1,2 Liter müssen irgendwo hin. Es gibt genau drei Möglichkeiten: durch das Fenster hinaus, in einen Luftentfeuchter – oder an die kälteste Fläche im Raum. Das ist in der Regel die Fensterscheibe, die Außenwand hinter dem Schrank oder die Zimmerecke.
Absolute Feuchte = Sättigungsfeuchte bei dieser Temperatur × relative Feuchte. Sättigungsfeuchte: 5 °C 6,8 | 10 °C 9,4 | 15 °C 12,8 | 20 °C 17,3 | 25 °C 23,0 | 30 °C 30,4 g/m³.
Wie kritisch das wird, zeigt der Blick auf die kalte Ecke. Steigt die Raumluft beim Trocknen auf 70 Prozent, enthält sie 17,3 × 0,70 = 12,11 g/m³. An einer Wandstelle, die nur 15 °C warm ist, entspricht dieselbe Wassermenge 12,11 ÷ 12,8 = 95 Prozent relativer Feuchte. Ab etwa 80 Prozent an der Oberfläche beginnen Schimmelpilze zu wachsen – und dafür braucht es nicht einmal sichtbares Tauwasser.
Deshalb ist „Wäsche in der Wohnung“ ein Schimmelthema und kein Komfortthema. Nicht die Wäsche schimmelt, sondern die Wand hinter ihr. Wer regelmäßig drinnen trocknet und weder lüftet noch entfeuchtet, bringt Woche für Woche mehrere Liter Wasser in die Bausubstanz.
Die Literangabe auf dem Karton gilt nicht im Wohnzimmer. Sie wird bei 30 °C und 80 Prozent ermittelt – das sind 30,4 × 0,80 = 24,32 g/m³. In einem Raum, in dem Wäsche hängt, herrschen eher 20 °C und 70 Prozent, also 17,3 × 0,70 = 12,11 g/m³.
Das Verhältnis 12,11 ÷ 24,32 ergibt rund 50 Prozent: Ein Gerät holt beim Wäschetrocknen etwa die Hälfte seiner Nennleistung. Damit lässt sich die Dauer für die 1,5 Liter einer Ladung ausrechnen.
| Nennleistung | bei 20 °C / 70 % | je Stunde | 1,5 Liter in |
|---|---|---|---|
| 25 l/24 h | 12,4 l | 0,52 l | 2,9 h |
| 20 l/24 h | 10,0 l | 0,41 l | 3,6 h |
| 16 l/24 h | 8,0 l | 0,33 l | 4,5 h |
| 12 l/24 h | 6,0 l | 0,25 l | 6,0 h |
| 10 l/24 h | 5,0 l | 0,21 l | 7,2 h |
Diese Zeiten sind eine Untergrenze, kein Versprechen. Das Gerät kann nur Wasser holen, das bereits in der Luft ist – und der Stoff gibt es nach und nach ab. Hängt die Wäsche dicht an dicht, dauert es länger, weil zwischen den Lagen kaum Luft zirkuliert. In der Praxis sind dünne Sachen nach einer Nacht trocken, Handtücher und Jeans brauchen den ganzen Tag.
Wichtig ist auch: Die Herstellerangabe ist nicht bei allen Geräten unter denselben Bedingungen entstanden. Wo sie bei 32 °C und 90 Prozent gemessen wurde, fällt der Nennwert schmeichelhafter aus. Welche Angabe zu welchem Gerät gehört, steht auf unserer Seite Messbedingungen.
Jetzt wird es überraschend. Man würde erwarten, dass ein großes Gerät mehr kostet – es zieht schließlich mehr Watt. Es ist aber auch schneller fertig. Beides hebt sich weitgehend auf. Gerechnet mit 35 ct/kWh und den 1,5 Litern einer Ladung:
| Gerät | Nenn | Watt | Laufzeit | Strom | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|
| Newentor DEA-25L | 25 l | 330 W | 2,9 h | 0,96 kWh | 0,33 € |
| Comedes Demecto 30 eco WiFi | 25 l | 380 W | 2,9 h | 1,10 kWh | 0,39 € |
| KLAMER 20L in 24h | 20 l | 420 W | 3,6 h | 1,51 kWh | 0,53 € |
| Bosch Dry 4000 | 16 l | 285 W | 4,5 h | 1,28 kWh | 0,45 € |
| Kresico xWolei KD12-201226 | 12 l | 190 W | 6,0 h | 1,14 kWh | 0,40 € |
| Bosch Dry 2000 | 12 l | 178 W | 6,0 h | 1,07 kWh | 0,37 € |
| Bosch Dry 1000 | 10 l | 175 W | 7,2 h | 1,26 kWh | 0,44 € |
| Brandson WLAN 10 Liter | 10 l | 170 W | 7,2 h | 1,22 kWh | 0,43 € |
| TROTEC TTR 57 E (Adsorption) | 9 l | 730 W | 8,0 h | 5,84 kWh | 2,04 € |
Zwischen 33 und 53 Cent kostet eine Ladung bei allen Kompressorgeräten – unabhängig davon, ob 10 oder 25 Liter auf dem Karton stehen. Das große Gerät kauft man also nicht für niedrigere Kosten, sondern für kürzere Zeit und für größere Räume.
Die Ausnahme ist deutlich: Das Adsorptionsgerät kostet mit gut zwei Euro je Ladung das Vier- bis Sechsfache. Es entfeuchtet über ein Trockenmittel und eine Heizung, nicht über einen Kühlkreis. Das ist genau dann richtig, wenn es kalt ist – in einem beheizten Wohnraum ist es die teuerste Art, Wäsche zu trocknen.
Zum Einordnen: Ein Wärmepumpentrockner braucht für eine vergleichbare Ladung grob 1,5 kWh, ein Kondenstrockner eher 3 bis 4 kWh. Der Luftentfeuchter liegt mit rund 1 kWh darunter und nimmt nebenbei die Feuchte aus dem Raum. Dafür dauert es Stunden statt einer knappen Stunde, und die Wäsche muss hängen.
Im Winter ist Lüften die kostenlose Konkurrenz, und sie funktioniert gut. Kalte Außenluft ist trocken: Luft mit 5 °C und 80 Prozent enthält 6,8 × 0,80 = 5,44 g/m³. Im Zimmer auf 20 °C erwärmt, entspricht das nur noch rund 31 Prozent relativer Feuchte – diese Luft hat also viel Platz für Wasser.
Wie viel ein Luftwechsel bringt, lässt sich ausrechnen. Raumluft beim Trocknen: 12,11 g/m³. Frische Außenluft: 5,44 g/m³. Der Unterschied von 6,67 g/m³ mal 40 m³ ergibt 267 Gramm je vollständigem Luftwechsel. Für die 1,5 Liter einer Ladung sind das rund sechs komplette Luftwechsel – also sechsmal Stoßlüften, über den Tag verteilt.
Kostenlos ist das aber nur auf der Stromrechnung. Die 40 m³ kalte Luft müssen wieder auf Zimmertemperatur gebracht werden, und das sind je Luftwechsel grob 0,2 kWh Wärme, bei sechs Wechseln also gut 1 kWh. Ob das günstiger ist als der Entfeuchter, hängt schlicht daran, was deine Heizung je Kilowattstunde kostet.
Im Sommer kehrt sich das um. Warme Außenluft bringt Wasser mit: 25 °C und 60 Prozent sind 13,80 g/m³ – mehr als im Zimmer. Wer dann lüftet, um Wäsche zu trocknen, macht den Raum feuchter. Derselbe Denkfehler wie beim Keller, den wir unter Keller entfeuchten ausführlich rechnen.
Eine Ladung bringt 1,5 Liter. Ein Gerät mit 1,5-Liter-Tank ist damit rechnerisch genau einmal voll, bevor die Wäsche trocken ist – und schaltet sich ab. Wer nachts oder während der Arbeit trocknen lässt, kommt mit einem kleinen Tank nicht durch.
Viele Geräte werben mit einer Wäschetrocknungsfunktion. Dahinter steckt keine eigene Technik: Der Modus lässt Verdichter und Lüfter dauerhaft auf voller Leistung laufen, statt bei einer eingestellten Zielfeuchte abzuschalten. Manche Geräte richten zusätzlich den Luftstrom nach oben aus.
Das ist sinnvoll, aber kein Kaufgrund für sich. Denselben Effekt erreicht man bei fast jedem Gerät, indem man die Zielfeuchte auf den niedrigsten Wert oder auf Dauerbetrieb stellt. Entscheidend sind die Dinge aus der Tabelle oben: Literleistung, Tank oder Schlauch, Lautstärke.
Aus den Zahlen oben ergibt sich eine klare Rangfolge der Kriterien: erst Tank oder Schlauch, dann Lautstärke, dann Literleistung – und die Literleistung vor allem wegen der Zeit, nicht wegen der Kosten.
Fläche, Temperatur, Zielfeuchte und die Zahl der Wäscheladungen je Woche eingeben – der Rechner nennt Literbedarf, Laufzeit und Stromkosten.
Alle 20 Geräte mit Bauart, Literleistung, Leistungsaufnahme, Tankgröße und Lautstärke – fehlende Herstellerangaben offen gekennzeichnet.
Ja, und zwar deutlich. Eine Wäscheladung gibt rund 1,5 Liter Wasser an die Raumluft ab. Die Luft eines 16 Quadratmeter großen Zimmers kann bei 20 °C und 55 Prozent Ausgangsfeuchte aber nur etwa 0,3 Liter davon aufnehmen. Ohne Lüften oder Entfeuchten schlägt sich der Rest an Fenstern und kalten Wänden nieder. Der Luftentfeuchter nimmt dieses Wasser auf und hält die Luft aufnahmefähig, wodurch die Wäsche schneller trocknet.
Beim Wäschetrocknen erreicht ein Gerät etwa die Hälfte seiner Nennleistung, weil die Herstellerangabe bei 30 °C und 80 Prozent entsteht, im Zimmer aber eher 20 °C und 70 Prozent herrschen. Für die 1,5 Liter einer Ladung ergibt das rechnerisch rund 2,9 Stunden bei einem 25-Liter-Gerät, 4,5 Stunden bei 16 Litern und 7,2 Stunden bei 10 Litern. Das ist die Untergrenze: Der Stoff gibt sein Wasser nach und nach ab, dicht gehängte Wäsche braucht länger.
Bei 35 Cent je Kilowattstunde zwischen 33 und 53 Cent – und zwar bei allen Kompressorgeräten im Vergleich, unabhängig von der Literleistung. Ein großes Gerät zieht mehr Watt, ist aber entsprechend schneller fertig. Eine Ausnahme sind Adsorptionsgeräte: Der TROTEC TTR 57 E kommt mit 730 Watt und acht Stunden auf rund 2,04 Euro je Ladung.
Nicht zwingend. Hinter dem Wäschemodus steckt keine eigene Technik, sondern Dauerbetrieb auf voller Leistung statt Abschalten bei erreichter Zielfeuchte. Denselben Effekt erreicht man bei fast jedem Gerät, indem man die Zielfeuchte auf den niedrigsten Wert oder auf Dauerbetrieb stellt. Wichtiger sind Tankgröße beziehungsweise Schlauchanschluss und die Lautstärke.
Zu, und am besten auch die Zimmertür. Bei offenem Fenster entfeuchtet das Gerät gegen die Außenluft an und arbeitet praktisch wirkungslos. Lüften ist die Alternative zum Entfeuchter, nicht die Ergänzung: Im Winter entzieht ein vollständiger Luftwechsel dem Raum rund 267 Gramm Wasser, für eine Ladung braucht es also etwa sechsmal Stoßlüften. Im Sommer bringt Lüften dagegen Feuchte herein, weil warme Außenluft mehr Wasser enthält als die Raumluft.
Das Risiko ist real, betrifft aber nicht die Wäsche, sondern die kälteste Fläche im Raum. Steigt die Raumluft beim Trocknen auf 70 Prozent, entspricht das an einer nur 15 °C warmen Wandstelle bereits rund 95 Prozent relativer Feuchte. Schimmel wächst ab etwa 80 Prozent an der Oberfläche, sichtbares Tauwasser braucht es dafür nicht. Wer regelmäßig drinnen trocknet, sollte deshalb entfeuchten oder konsequent stoßlüften.
Stand: 16. September 2026. Alle Gerätewerte sind Herstellerangaben aus unserem Vergleich; gerechnet, nicht gemessen.
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