Volle Offenlegung: woraus sich unsere Punktzahl zusammensetzt, warum unsere Empfehlung eine andere sein kann als der Punktesieger – und was uns bei der Datenerhebung begegnet ist.
Eine Rangliste ist nur so viel wert wie die Regeln dahinter. Deshalb steht hier vollständig, wie jede Zahl auf dieser Seite zustande kommt – einschließlich der Stellen, an denen wir bewusst vom üblichen Vorgehen abgewichen sind, und der Stellen, an denen die Datenlage schlecht war.
Das Sternniveau des Geräts, Bayes-geglättet gegen den Kategoriedurchschnitt. Der größte Hebel.
Wie viele Menschen das Gerät bereits bewertet haben. Ein Gerät mit tausenden Stimmen ist belastbarer.
Vier belegte, messbare Werte aus dem Datenblatt. Sorgt für sichtbare Unterschiede statt „alle gleich gut“.
Diese drei Teile werden addiert und auf einen Bereich von 60 bis 99 Punkten begrenzt. Der Preis fließt bewusst nicht in die Gesamtwertung ein: Ein teures Gerät ist nicht automatisch schlechter und ein günstiges nicht automatisch besser. Der Preis steckt ausschließlich in der separaten Preis-Leistungs-Betrachtung.
Ein rohes Sternmittel ist irreführend. 4,8 Sterne aus 7 Bewertungen sagen deutlich weniger aus als 4,6 Sterne aus 531 Bewertungen – trotzdem stehen sie auf dem Papier höher. Wir glätten deshalb nach Bayes: Jedes Gerät startet gedanklich beim Kategoriedurchschnitt von 4,4 Sternen, und erst echte Bewertungen ziehen es davon weg. Je mehr Bewertungen, desto stärker zählt der eigene Schnitt.
Die fett markierte 60 ist das Konfidenzgewicht. Es bestimmt, wie stark ein Gerät an den Kategoriedurchschnitt gebunden bleibt. Anschaulich: Es wirkt so, als hätte jedes Gerät bereits 60 zusätzliche Bewertungen mit exakt 4,4 Sternen im Gepäck. Ein Gerät mit 7 Bewertungen wird davon fast vollständig zurück zur Mitte gezogen, ein Gerät mit 8.373 Bewertungen praktisch gar nicht.
Unser Hausstandard für Vergleichsseiten liegt bei 400. Bei Luftentfeuchtern haben wir ihn bewusst auf 60 gesenkt, und der Grund liegt in der Kategorie selbst: Luftentfeuchter werden extrem einheitlich bewertet. Sämtliche 19 Geräte im Vergleich liegen zwischen 4,2 und 4,8 Sternen – das ist eine Spanne von 0,6 Sternen über das gesamte Feld.
Was passiert, wenn man auf eine so schmale Spanne ein hohes Konfidenzgewicht legt? Die Glättung drückt alles noch weiter zusammen. Mit dem Wert 400 landeten alle 19 Geräte zwischen 84 und 92 Punkten – acht Punkte Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Gerät der Seite. Eine Rangliste, in der praktisch alles gleich aussieht, hilft beim Kaufen nicht. Mit dem Wert 60 beträgt die Spreizung 15 Punkte und die Rangfolge wird lesbar, ohne dass die Glättung ihre eigentliche Aufgabe verliert: Ein Gerät mit 4,8 Sternen aus 7 Bewertungen überholt damit immer noch keines mit 4,6 Sternen aus 531.
Diese Abweichung ist keine Einzelfallentscheidung nach Gefühl. Sie steht als Kommentar direkt im Wertungscode, mit derselben Begründung, und dieselbe Anpassung fahren wir aus demselben Grund bereits auf einer weiteren Vergleichsseite.
Zusätzlich zur geglätteten Reputation vergeben wir einen kleinen Bonus von bis zu vier Punkten dafür, wie breit die Bewertungsbasis ist. Er wächst logarithmisch: Der Sprung von 20 auf 200 Bewertungen zählt deutlich mehr als der von 8.000 auf 9.000. Damit wird belohnt, dass ein Gerät sich über längere Zeit bei vielen Haushalten bewährt hat.
Wichtig, weil es oft falsch gemacht wird: Eine schmale Bewertungsbasis führt bei uns nie zu einem Nachteil in der Produktkritik. Sie ist kein Contra-Punkt am Gerät, sondern eine Aussage über unsere Datenlage. Sie wirkt ausschließlich hier, in der Wertung.
Der Ausstattungsteil steuert bis zu zehn Punkte bei. Er baut ausschließlich auf Werten auf, die wir am Produkt selbst belegen konnten:
| Merkmal | Gewicht | Was es aussagt |
|---|---|---|
| Entfeuchtungsleistung | 40 % | Liter pro Tag laut Datenblatt – die Kerngröße des Geräts. |
| Effizienz | 25 % | Liter je Kilowattstunde. Belohnt gute Technik statt schierer Größe, denn diese Geräte laufen viele Stunden. |
| Tank-Autonomie | 20 % | Stunden, bis der Tank voll ist (Tankvolumen im Verhältnis zur Tagesleistung). Entscheidet, wie oft man leeren muss. |
| Raumgröße | 15 % | Herstellerangabe in Quadratmetern – am schwächsten gewichtet, weil sie nicht genormt ist. |
Effizienz und Tank-Autonomie stehen so in keinem Datenblatt; wir rechnen sie aus zwei belegten Werten aus. Das ist Absicht: Beides sind genau die Größen, die im Alltag zählen, und beide lassen sich nicht durch eine große Zahl auf dem Karton ersetzen.
Die Lautstärke wäre ein naheliegendes fünftes Kriterium – wir lassen sie trotzdem weg. Der Grund ist schlicht: Bei 8 der 19 Geräte wird sie gar nicht angegeben. Würden wir sie bewerten, müssten wir bei fast der Hälfte des Feldes einen Wert erfinden oder das Gerät pauschal abwerten – beides wäre unehrlich. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Angaben unterschiedliche Betriebszustände messen: mal den Leisemodus, mal den Maximalbetrieb, mal beides in einem Wert. Wir zeigen die Lautstärke deshalb dort an, wo sie belegt ist, aber wir rechnen nicht damit.
Innerhalb jedes Ausstattungsmerkmals vergleichen wir die Geräte über ihren Rang, nicht über den absoluten Abstand. Der Grund ist ein einzelnes Gerät: Der Aktobis WDH-930EEW liegt mit 40 Litern pro Tag so weit vor dem Rest des Feldes, dass bei einer reinen Min-Max-Skalierung alle übrigen Geräte am unteren Ende zusammengedrückt worden wären. Über den Rang verteilen sich die Punkte gleichmäßig, und die Unterschiede zwischen den Geräten, die tatsächlich zur Auswahl stehen, bleiben sichtbar.
Der Testsieger ist bei uns kein redaktioneller Freibrief: Er ist das Gerät mit der höchsten Punktzahl. Wir vergeben keine Zuschläge, um ein Wunschergebnis herbeizuführen – eine Rangfolge, die der eigenen Datentabelle widerspricht, wäre wertlos.
Wir hatten diese Frage während der Erstellung dieser Seite konkret auf dem Tisch. Der Bosch Dry 4000 wäre als Empfehlung naheliegend gewesen: bekannter Hersteller, 531 Bewertungen, konservativ gerechnete Angaben. Nur liegt er in sechs von neun Kennwerten hinter dem Newentor DEA-25L – weniger Entfeuchtungsleistung, kleinerer Tank, 35 % schlechterer Wirkungsgrad – und ist dabei teurer. Ihn trotzdem auf Platz 1 zu setzen, hätte bedeutet, unsere eigene Tabelle zu widerlegen.
Deshalb steht der Newentor an der Spitze. Der Bosch trägt dafür ein Abzeichen, das ihm tatsächlich zusteht: beste Mittelklasse. In der Klasse zwischen 13 und 20 Litern pro Tag – der Leistungsklasse, die für normale Wohnräume ausgelegt ist – hat er die beste Bewertung und den besten Wirkungsgrad.
Dieser Unterschied ist wichtiger, als er klingt: Eine höhere Literzahl ist nicht automatisch besser. Ein 25-Liter-Gerät in einem 20-Quadratmeter-Schlafzimmer ist überdimensioniert. Die Gesamtwertung sagt, welches Gerät technisch am meisten bietet – welche Klasse zu dir passt, entscheidet dein Raum.
Wir übernehmen keine Werte aus Produkttiteln und keine aus Werbetexten, sondern nur aus den Datenblatt-Tabellen und den technischen Angaben des Herstellers. Dass das nötig ist, hat diese Erhebung deutlich gezeigt: Bei 11 der 20 geprüften Geräte widersprachen sich die Attributtabelle der Verkaufsplattform und die Herstellerangaben. Drei Beispiele:
Ein Gerät haben wir aus diesem Grund komplett aussortiert: Bei ihm war die Entfeuchtungsleistung – die Kernspezifikation überhaupt – dreifach widersprüchlich angegeben. Der Titel nannte 20 Liter pro Tag, die Datenblatt-Tabelle 30 Liter, das Attributfeld 2,5 Liter. Aus drei sich gegenseitig ausschließenden Zahlen lässt sich keine auswählen, ohne zu raten. Also kam das Gerät nicht in den Vergleich. Zwei weitere Geräte sind aus vergleichbaren Gründen draußen: eines, weil seine Kernwerte ausschließlich im Produkttitel standen, eines, weil es nicht direkt kaufbar war.
Jeder dieser Widersprüche ist bei uns mit Gerät, Fundstelle und Entscheidung dokumentiert, zusammen mit dem Erhebungsdatum. Das ist unspektakuläre Kleinarbeit, aber sie ist der Grund, warum die Zahlen auf dieser Seite an einigen Stellen von dem abweichen, was auf der Produktseite groß angeschrieben steht.
Wenn ein Wert nicht belegt ist, steht dort ein „–“. Wir setzen keinen Schätzwert ein, keinen Klassendurchschnitt und keinen „üblichen Richtwert“. Eine geschätzte Zahl sieht in einer Tabelle exakt so aus wie eine gemessene – und genau das macht sie gefährlich.
Für die Wertung heißt das: Fällt bei einem Gerät ein Ausstattungsmerkmal aus, entfällt dieses Merkmal für dieses Gerät, und die übrigen werden entsprechend höher gewichtet. Es wird weder ein Nullwert eingesetzt noch ein Platzhalter erfunden.
Wir betreiben kein eigenes Testlabor. Unsere Wertung entsteht aus geprüften Herstellerangaben und aus dem, was tausende Käufer in ihren Bewertungen hinterlassen haben – nicht aus einer eigenen Messreihe. Das sagen wir offen, weil der Unterschied für dich relevant ist: Wir können belegen, was ein Hersteller angibt und wie sich ein Gerät über viele Haushalte hinweg bewährt hat. Wir können nicht belegen, wie viel Wasser ein Gerät in deinem Keller bei 12 °C tatsächlich zieht.
Preise und Verfügbarkeit sind Momentaufnahmen vom Erhebungstag und ändern sich laufend. Prüfe beides vor dem Kauf auf der Produktseite.
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19 Geräte mit allen belegten Werten – und einem Strich überall dort, wo eine Angabe fehlt.
Was die einzelnen Werte im Alltag bedeuten, erklären wir in der Kaufberatung.
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