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Luftentfeuchter-Rechner

Die Literangabe auf dem Karton gilt bei 30 °C und 80 % Luftfeuchte. Der Rechner rechnet sie auf deinen Raum um und sagt dir, welche Zahl auf dem Datenblatt stehen muss.

Warum auf dem Karton eine andere Zahl steht, als dein Raum braucht

Wenn ein Hersteller „20 Liter pro Tag“ verspricht, gilt diese Zahl unter Prüfbedingungen: 30 °C und 80 Prozent relativer Luftfeuchte. So warm und so feucht ist es in kaum einem Raum, in dem ein Entfeuchter tatsächlich steht. Ein Gerät kann der Luft aber nur das Wasser entziehen, das in ihr steckt – und in einem Keller mit 15 °C ist das deutlich weniger.

Wie viel weniger, lässt sich ausrechnen. Bei 15 °C und einer Zielfeuchte von 55 Prozent schafft ein Gerät nur rund 29 Prozent seiner Herstellerangabe, bei 60 Prozent Zielfeuchte rund 32 Prozent. Aus „20 Litern“ auf dem Karton werden im Keller also knapp 6 Liter am Tag.

Beispiel aus dem Rechner: Ein Keller mit 20 m², 2,5 Meter Raumhöhe und 15 °C, zwei Personen im Haus, keine Wäsche, die Luftfeuchte steht bei 70 und soll auf 55 Prozent. Täglich müssen 3,5 Liter Wasser heraus. Weil ein Gerät dort nur 29 Prozent seiner Angabe schafft, brauchst du eines mit rund 12 l/Tag auf dem Datenblatt – nicht eines mit 3,5.

Stell unten Raumgröße, Höhe, Temperatur und Luftfeuchte ein. Der Rechner nennt die Literleistung, die auf dem Datenblatt stehen muss, zeigt die drei günstigsten Geräte aus unserem Vergleich, die das schaffen, und rechnet deren Stromkosten für ein Jahr aus.

Was täglich an Feuchtigkeit anfällt

Die Physik dahinter: Kalte Luft hält weniger Wasser

Luft kann nur eine begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen, und diese Grenze hängt stark an der Temperatur. Man nennt sie Sättigungsfeuchte. Der Rechner arbeitet mit diesen Werten:

TemperaturSättigung (100 %)bei 55 % FeuchteAnteil der Herstellerangabe
10 °C9,4 g/m³5,2 g/m³21 %
15 °C12,8 g/m³7,0 g/m³29 %
20 °C17,3 g/m³9,5 g/m³39 %
25 °C23,0 g/m³12,7 g/m³52 %
30 °C30,4 g/m³16,7 g/m³69 %

Unter Prüfbedingungen – 30 °C bei 80 Prozent – stecken 24,3 Gramm Wasser in jedem Kubikmeter Luft. Bei 15 °C und 55 Prozent sind es nur 7,0 Gramm. Ein Kompressorgerät kühlt die Luft an seinem Verdampfer ab, und das Wasser, das dabei nicht mehr in der Luft bleiben kann, kondensiert und tropft in den Tank. Weniger Wasser in der Luft heißt weniger, was am Verdampfer kondensiert. Das Verhältnis der beiden Werte – 7,0 zu 24,3 – ist genau der Faktor, mit dem der Rechner die Herstellerangabe zurückrechnet.

Der Rechner nimmt dabei bewusst die Zielfeuchte, nicht die Feuchte, die du gerade misst. Das Gerät muss auch dann noch gegen die täglich nachströmende Feuchtigkeit ankommen, wenn der Raum bereits trocken ist. Das ist der ungünstigere Fall – und damit der, auf den man ein Gerät auslegen sollte.

Überraschend ist, wie wenig Wasser die Raumluft selbst enthält. Die 50 m³ im Keller-Beispiel tragen bei 15 °C und 70 Prozent gerade 448 Gramm. Die Absenkung von 70 auf 55 Prozent entzieht davon nur 96 Gramm, also ein knappes Zehntel Liter. Was ein Entfeuchter über Wochen in seinen Tank holt, stammt fast vollständig aus Feuchte, die ständig nachkommt: aus Atemluft, Kochen, Duschen, Wäsche und – im Keller – aus den Wänden. Deshalb fragt der Rechner nach Personen, Wäscheladungen und Kellerfeuchte. Er setzt dafür 1,2 Liter je Person am Tag an, 1,5 Liter je Wäscheladung, die im Raum trocknet, und beim feuchten Keller zusätzlich 0,5 Liter je 10 m² Grundfläche.

Warum Lüften im Sommer den Keller feuchter macht: Warme Außenluft mit 25 °C und 60 Prozent trägt 13,8 Gramm Wasser je Kubikmeter. Kühlt sie im Keller auf 15 °C ab, kann sie nur noch 12,8 Gramm halten. Der Rest schlägt sich an Wänden und Boden nieder. Kellerräume lüftet man deshalb dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen – im Sommer also früh am Morgen oder nachts.

Welche Luftfeuchte ist richtig?

Die Ziel-Luftfeuchte ist die Stellschraube, die das Ergebnis am stärksten bewegt. Als Orientierung:

  • 40 bis 60 Prozent in Wohnräumen. In diesem Bereich fühlen sich die meisten Menschen wohl, und Schimmel findet an normal gedämmten Wänden kaum Bedingungen.
  • Bis etwa 65 Prozent sind im Keller vertretbar, solange dort nichts Empfindliches lagert und die Wände trocken bleiben.
  • Dauerhaft über 70 Prozent steigt das Schimmelrisiko deutlich – vor allem an kalten Außenwandecken, hinter Schränken und an Fensterlaibungen, wo die Oberfläche kühler ist als die Raumluft.
  • Unter 40 Prozent wird die Luft unangenehm trocken: Schleimhäute und Augen reagieren, Holz arbeitet. Weiter herunter zu entfeuchten kostet nur Strom.

Jeder Prozentpunkt weniger Zielfeuchte senkt den Anteil, den ein Gerät von seiner Angabe schafft – und erhöht damit die nötige Literleistung. Wer im Keller 50 statt 60 Prozent anpeilt, braucht ein spürbar stärkeres Gerät. Miss die Feuchte deshalb ein paar Tage mit einem einfachen Hygrometer, bevor du kaufst, und setze das Ziel nicht niedriger als nötig.

Kompressor oder Adsorption: Die Temperatur entscheidet

Die meisten Luftentfeuchter arbeiten mit einem Kompressor. Sie kühlen die Luft an einem Verdampfer unter den Taupunkt und sammeln das Kondensat. Bei Wohnraumtemperatur ist das die sparsame Bauart. Ein Beispiel aus unserem Vergleich: Der Bosch Dry 2000 nennt 12 Liter pro Tag bei 178 Watt.

Im Kalten stößt die Technik an eine Grenze. Unter etwa 12 °C beginnt der Verdampfer zu vereisen, das Gerät muss immer öfter abtauen, und die Leistung fällt stark ab. Unter 10 °C ist ein Kompressorgerät praktisch nutzlos. Der Rechner zeigt unter 12 °C einen Hinweis und blendet unter 10 °C alle Kompressorgeräte aus.

Ein Adsorptionsgerät bindet die Feuchtigkeit stattdessen an einem Trockenmittel-Rotor, der anschließend mit Heizwärme wieder getrocknet wird. Das funktioniert auch im unbeheizten Keller oder in der Garage: Die beiden Adsorptionsgeräte in unserem Vergleich, TROTEC TTR 57 E und Meaco DD8L Pro, nennen einen Betrieb ab 1 °C. Der Preis dafür ist der Strom. Der TTR 57 E zieht 730 Watt für 9 Liter am Tag. Läuft er durch, sind das 17,5 kWh am Tag – bei 35 Cent rund 6,13 Euro. Der Bosch Dry 2000 käme im Dauerbetrieb auf 4,3 kWh und rund 1,50 Euro.

Die Faustregel daraus: Liegt der Raum im Winter dauerhaft über 12 °C, nimm ein Kompressorgerät. Liegt er darunter, führt an Adsorption kaum ein Weg vorbei – rechne dann aber die Stromkosten mit. Auch ein Adsorptionsgerät holt nur Wasser, das in der Luft ist; der Rechner setzt deshalb für beide Bauarten denselben Umrechnungsfaktor an.

Stromkosten: So rechnet der Rechner

Die Formel ist bewusst schlicht: Nennleistung × Laufzeit × Strompreis. Die Laufzeit ergibt sich daraus, wie lange das jeweilige Gerät unter deinen Bedingungen braucht, um die nötigen Liter herauszuholen – höchstens 24 Stunden am Tag. Niemand lässt einen Entfeuchter zwölf Monate laufen. Gebraucht wird er in der feuchten Jahreshälfte, deshalb rechnet der Rechner mit Betriebsmonaten. Die Vorgabe sind sechs Monate, Oktober bis März, mit je 30,4 Tagen. Wer nur im Spätsommer den Keller trocken hält oder das Gerät das ganze Jahr braucht, stellt die Monate um.

Beispiel aus dem Rechner: Der TROTEC TTK 53 E nennt 16 Liter pro Tag bei 320 Watt. Im Keller-Beispiel von oben schafft er davon 29 Prozent, also 4,6 Liter. Für die nötigen 3,5 Liter läuft er 18,1 Stunden am Tag. Über sechs Monate sind das 1.057 kWh – bei 35 Cent je Kilowattstunde 370 Euro.

An dem Beispiel sieht man, warum sich ein zu knapp gewähltes Gerät doppelt rächt: Es läuft fast rund um die Uhr, ist entsprechend laut und kommt trotzdem gerade so hin. Ein Gerät mit etwas mehr Reserve erreicht das Ziel in weniger Stunden. Ob es am Ende sparsamer ist, hängt am Verhältnis von Literleistung zu Watt – genau das zeigt der Rechner für jedes vorgeschlagene Gerät einzeln an. Nennt ein Hersteller keine Leistungsaufnahme, steht dort „Watt nicht angegeben“. Geschätzt wird nichts.

Was die Rechnung nicht kann

Der Rechner geht davon aus, dass die Feuchte aus der Luft kommt: aus Menschen, Wäsche und dem, was ein normaler Keller durch die Wände abgibt. Für drei Fälle taugt er nicht, und das sagen wir lieber deutlich:

  • Aufsteigende Mauerfeuchte: Fehlt die Horizontalsperre, zieht das Mauerwerk Wasser aus dem Erdreich nach. Ein Entfeuchter holt dann Tag für Tag Wasser aus der Luft, das die Wand sofort wieder nachliefert.
  • Wasserschaden: Nach einem Rohrbruch oder Hochwasser stecken große Mengen Wasser im Estrich und in den Wänden. Das ist ein Fall für eine technische Trocknung mit Feuchtemessung durch einen Fachbetrieb.
  • Wärmebrücken: Schimmelt eine kalte Außenecke, obwohl die Raumluft im grünen Bereich liegt, ist die Wandoberfläche zu kalt. Entfeuchten verschiebt das Problem nur.

Bei nassen Wänden hilft kein Entfeuchter, sondern nur, die Ursache zu beseitigen. Dafür gehört ein Fachbetrieb für Abdichtung oder ein Bausachverständiger in den Keller. Ein Luftentfeuchter kann danach helfen, den Raum trocken zu halten – als Ersatz für die Sanierung taugt er nicht.

Vom Bedarf zum passenden Gerät

Steht die nötige Literleistung fest, zeigt der Rechner die drei günstigsten Geräte aus unserem Vergleich, deren Herstellerangabe mindestens so hoch ist. Reicht keines, nennt er die stärksten. Im Vergleich selbst sind die Geräte in drei Klassen sortiert: klein bis 12 Liter pro Tag, Mittelklasse von 13 bis 20 Liter und groß ab 21 Liter. Die Zahl aus dem Rechner sagt dir, in welcher Klasse du suchen musst. Mehr Leistung als nötig bringt wenig: Ein deutlich überdimensioniertes Gerät kostet mehr in der Anschaffung, ohne den Raum spürbar schneller trocken zu bekommen.

Welche Hersteller ihre Messbedingung überhaupt angeben, steht in unserer Übersicht der Literangaben. Worauf es neben der Leistung ankommt – Tank, Dauerablauf, Lautstärke –, erklärt die Kaufberatung.

Weiter zum Vergleich

Alle Geräte mit Literleistung, Leistungsaufnahme, Tank und Raumgröße – fehlende Herstellerangaben offen gekennzeichnet.

Zum Luftentfeuchter-Vergleich →

Häufige Fragen

Welche Leistung braucht ein Luftentfeuchter für 20 m²?

Das hängt vor allem an der Temperatur. In einem feuchten Keller mit 15 °C, zwei Personen im Haus und einer Zielfeuchte von 55 Prozent müssen täglich rund 3,5 Liter heraus; nötig ist dafür ein Gerät mit rund 12 l/Tag Herstellerangabe. In einem Wohnraum mit 20 °C, zwei Personen und zwei Wäscheladungen pro Woche sind es 2,9 Liter am Tag, dafür reicht ein Gerät mit rund 7,5 l/Tag.

Warum schafft mein Luftentfeuchter weniger als angegeben?

Weil die Herstellerangabe bei 30 °C und 80 Prozent relativer Luftfeuchte gilt. Dann stecken 24,3 Gramm Wasser in jedem Kubikmeter Luft. Bei 15 °C und 55 Prozent sind es nur 7,0 Gramm – ein Gerät schafft dort rund 29 Prozent seiner Angabe. Das Gerät ist nicht defekt, es findet schlicht weniger Wasser vor.

Welche Luftfeuchte ist in Wohnung und Keller richtig?

In Wohnräumen 40 bis 60 Prozent, im Keller sind bis etwa 65 Prozent vertretbar. Dauerhaft über 70 Prozent steigt das Schimmelrisiko deutlich, unter 40 Prozent wird die Luft unangenehm trocken. Die Zielfeuchte nicht niedriger ansetzen als nötig: Jeder Prozentpunkt weniger verlangt ein stärkeres Gerät.

Kompressor oder Adsorption – was ist besser für den Keller?

Das entscheidet die Temperatur. Über etwa 12 °C ist ein Kompressorgerät die sparsamere Wahl. Darunter fällt seine Leistung stark ab, unter 10 °C ist es praktisch nutzlos. Adsorptionsgeräte arbeiten laut Hersteller ab 1 °C, brauchen aber deutlich mehr Strom: Der TROTEC TTR 57 E zieht 730 Watt für 9 Liter am Tag.

Was kostet ein Luftentfeuchter im Jahr an Strom?

Nennleistung mal Laufzeit mal Strompreis. Der TROTEC TTK 53 E (320 Watt) läuft im Keller-Beispiel mit 20 m² und 15 °C rund 18,1 Stunden am Tag. Über sechs Monate von Oktober bis März sind das 1.057 kWh und bei 35 Cent je Kilowattstunde rund 370 Euro. Der Rechner zeigt diese Zahl für jedes vorgeschlagene Gerät.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen nasse Wände?

Nein. Aufsteigende Mauerfeuchte, ein Wasserschaden oder eine Wärmebrücke lassen sich mit einem Entfeuchter nicht beheben – die Wand liefert das Wasser immer wieder nach. Hier muss die Ursache beseitigt werden, am besten durch einen Fachbetrieb. Danach kann ein Luftentfeuchter helfen, den Raum trocken zu halten.

Annahmen geprüft am 14. September 2026. Eine Rechnung mit offengelegten Annahmen, keine Messung in deinem Raum – Mauerwerk, Lüftung und Nutzung können das Ergebnis deutlich verschieben.

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