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Kondenswasser am Fenster: Ursache, Taupunkt und was wirklich hilft

Ein Fenster beschlägt, sobald die Scheibe kälter ist als der Taupunkt der Raumluft. Bei 20 Grad und 60 Prozent Luftfeuchte liegt er bei 12 Grad – ob deine Scheibe wärmer ist, entscheidet die Verglasung.

Kurz gesagt: Ein Fenster beschlägt, sobald die Scheibe kälter ist als der Taupunkt der Raumluft. Bei 20 °C und 60 Prozent Luftfeuchte liegt dieser Taupunkt bei 12,0 °C, bei 50 Prozent bei 9,3 °C. Eine alte, unbeschichtete Zweifachverglasung ist bei −10 °C Außentemperatur innen nur 9,5 °C warm und beschlägt rechnerisch ab 51 Prozent Raumfeuchte, eine beschichtete Zweifachverglasung erst ab 77 Prozent. Dagegen helfen drei Dinge: Feuchte hinauslüften, den Raum warm genug halten und die Luftfeuchte messen. Ein Luftentfeuchter hilft dort, wo Lüften allein nicht reicht.

Nasse Scheiben am Morgen sind kein Rätsel, sondern eine Rechenaufgabe mit zwei Zahlen: wie viel Wasser in der Raumluft steckt und wie kalt das Glas ist. Diese Seite rechnet beides vor – mit der Taupunkt-Formel des Deutschen Wetterdienstes und mit Oberflächentemperaturen, die das Institut für Fenstertechnik Rosenheim für drei Verglasungen ermittelt hat. Daraus ergibt sich, ab welcher Luftfeuchtigkeit dein Fenster beschlägt, warum es das manchmal trotz Lüften und Heizen tut und was ein Luftentfeuchter daran ändern kann.

Warum Fenster beschlagen: der Taupunkt

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale erklärt das mit der kalten Wasserflasche: An ihr kühlt die Luft ab, und die Feuchte kondensiert. Die Fensterscheibe ist im Winter die Wasserflasche deines Zimmers – oft die kälteste Fläche im Raum.

Die Temperatur, auf die Luft abkühlen muss, bis sie mit Wasserdampf gesättigt ist, heißt Taupunkt. Ist eine Oberfläche kälter als dieser Wert, bildet sich darauf Tauwasser. Der Taupunkt hängt nur an zwei Größen, die jedes Thermo-Hygrometer anzeigt: Raumtemperatur und relative Luftfeuchte.

Raumtemperaturbei 40 %bei 50 %bei 60 %bei 70 %
16 °C2,4 °C5,6 °C8,2 °C10,5 °C
18 °C4,2 °C7,4 °C10,1 °C12,4 °C
20 °C6,0 °C9,3 °C12,0 °C14,4 °C
22 °C7,8 °C11,1 °C13,9 °C16,3 °C

Taupunkt in °C, gerechnet mit der vereinfachten Magnus-Formel des Deutschen Wetterdienstes: relative Feuchte = 100 × exp(17,5043 × Td ÷ (241,2 + Td) − 17,5043 × T ÷ (241,2 + T)), nach dem Taupunkt Td aufgelöst und auf eine Nachkommastelle gerundet. Rechenwerte, keine Messwerte.

So liest du die Tabelle: Zeigt dein Hygrometer 20 °C und 60 Prozent, wird jede Fläche nass, die kälter ist als 12,0 °C. Bei 50 Prozent liegt die Grenze bei 9,3 °C, bei 40 Prozent bei 6,0 °C. Zehn Prozentpunkte weniger Luftfeuchte verschieben den Taupunkt also um etwa zweieinhalb bis gut drei Grad nach unten.

Wie kalt die Scheibe wird: drei Verglasungen im Vergleich

Die zweite Zahl ist die Temperatur der Glasoberfläche auf der Raumseite. Das Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim hat sie im Auftrag des Herstellers Glas Trösch für drei Verglasungen untersucht – bei −10 °C Außentemperatur und 20 °C Raumluft. Aus der Scheibentemperatur und der Taupunkt-Formel folgt, ab welcher Raumfeuchte die Scheibe beschlägt:

VerglasungGlasoberfläche innenbeschlägt bei 20 °C Raumluft ab
Zweifach-Isolierglas, unbeschichtet9,5 °C51 %
Zweifach-Isolierglas mit Wärmedämmbeschichtung15,9 °C77 %
Dreifach-Isolierglas, beschichtet17,7 °C87 %

Oberflächentemperaturen: ift Rosenheim, veröffentlicht bei baulinks.de am 15. Mai 2008, für −10 °C außen und 20 °C innen. Grenzfeuchte: eigene Rechnung mit der Formel des Deutschen Wetterdienstes (Taupunkt = Scheibentemperatur), auf ganze Prozent gerundet.

Gegenprobe mit der Taupunkt-Tabelle: Bei 20 °C und 50 Prozent liegt der Taupunkt bei 9,3 °C – knapp unter den 9,5 °C der alten Zweifachverglasung, die Scheibe bleibt gerade noch trocken. Bei 60 Prozent liegt er bei 12,0 °C: Die Scheibe ist 2,5 Grad zu kalt und wird nass.

Das erklärt, warum zwei Wohnungen mit derselben Luftfeuchte ganz unterschiedlich aussehen. Bei alter Verglasung reicht bei strengem Frost schon normale Wohnraumluft, um die Scheibe nass zu machen: Die 51 Prozent liegen mitten in dem Bereich von 40 bis 60 Prozent, den das Umweltbundesamt für die Raumluft nennt. Bei beschichtetem Glas ist es umgekehrt. Beschlägt dort die Scheibenmitte, liegt die Luftfeuchte am Fenster bei 77 Prozent oder mehr – das ist dann kein Fensterproblem, sondern ein Feuchteproblem.

Drei Einschränkungen gehören dazu:

  • Die Werte gelten für strengen Frost. An milderen Tagen ist das Glas wärmer, die Grenze liegt entsprechend höher.
  • Am Rand ist die Scheibe kälter als in der Mitte. Bei herkömmlichen Abstandhaltern aus Aluminium oder Stahl kann sich laut demselben Bericht Tauwasser am raumseitigen Scheibenrand bilden, weil die Oberflächentemperatur dort deutlich absinkt. Deshalb beginnt Kondenswasser fast immer unten am Glasrand.
  • Einfachverglasung ist noch einmal kälter. Das Fachportal BauNetz Wissen beschreibt beschlagene Innenseiten vor allem bei alten Einfachverglasungen; einen Wert dafür nennt die ift-Untersuchung nicht.

Kondenswasser trotz Lüften und Heizen: sieben Gründe

„Ich lüfte und heize doch“ – und trotzdem steht morgens Wasser auf der Scheibe. Meist kommen mehrere dieser Gründe zusammen:

  • Die Scheibe ist zu kalt für normale Raumluft. Siehe oben: Eine alte Zweifachverglasung beschlägt bei −10 °C Außentemperatur rechnerisch schon ab 51 Prozent.
  • Das Schlafzimmer über Nacht. Laut Umweltbundesamt gibt jede Person pro Nacht etwa einen Viertelliter Wasser an die Raumluft ab – bei geschlossener Tür und geschlossenem Fenster. Was das für den Raum heißt, rechnet der Ratgeber Luftentfeuchter im Schlafzimmer vor.
  • Das Hygrometer hängt an der falschen Stelle. Es misst die Raummitte, nicht die Luft am Glas. Bei 20 °C und 40 Prozent im Raum herrschen direkt an einer 9,5 °C kalten Scheibe rechnerisch schon 79 Prozent. So entsteht Kondenswasser „trotz niedriger Luftfeuchtigkeit“ – am Glasrand, der noch kälter ist.
  • Vorhänge, Rollos und Fensterbänke. Das Umweltbundesamt nennt es sehr ungünstig, wenn Heizkörper durch übergroße Fensterbänke verbaut oder durch Vorhänge und Gardinen zugehängt sind. Hinter einem geschlossenen Vorhang erreicht die warme Raumluft die Scheibe kaum, das Glas bleibt kälter.
  • Das dauerhaft gekippte Fenster. Laut Umweltbundesamt kann dabei die Wand entlang der Fenster rasch auskühlen, was zu Schimmelbildung durch Kondenswasser führen kann.
  • Neue, dichte Fenster. Nach dem Einbau dicht schließender Fenster muss laut Umweltbundesamt verstärkt gelüftet werden, um die Feuchte im Raum zu senken – der Luftaustausch durch alte Fugen fehlt.
  • Viel Feuchte im Haushalt. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt rund zehn Liter Wasserdampf am Tag für einen Vierpersonenhaushalt. Trocknet Wäsche in der Wohnung, kommen je Ladung rund 1,5 Liter dazu – siehe Wäsche trocknen mit Luftentfeuchter.

Was wirklich hilft – in dieser Reihenfolge

  1. Abwischen. Nimm das Wasser morgens auf, auch aus der unteren Glasleiste und von der Dichtung, damit Rahmen und Fuge nicht dauerhaft nass bleiben.
  2. Stoßlüften statt kippen. Das Umweltbundesamt nennt für die kalte Jahreszeit zwei- bis dreimal am Tag etwa 5 Minuten je Raum bei weit geöffnetem Fenster; im Schlafzimmer morgens nach dem Aufstehen 5 bis 10 Minuten, in Küche und Bad ebenso lange während und direkt nach dem Kochen oder Duschen.
  3. Warm genug bleiben. In Schlafräumen sollte die Raumluft laut Umweltbundesamt möglichst nicht unter 16 °C sinken. Ein ausgekühlter Raum hat kältere Scheiben und kältere Wände.
  4. Türen zu kühleren Räumen schließen. Sonst zieht wärmere, feuchtere Luft aus der übrigen Wohnung dorthin und kondensiert an den kühlen Flächen – auch das steht so beim Umweltbundesamt.
  5. Die Scheibe freihalten. Vorhänge tagsüber öffnen, Fensterbank nicht vollstellen, Heizkörper unter dem Fenster nicht verdecken.
  6. Messen. Ein Thermo-Hygrometer zeigt, ob die Maßnahmen wirken. Das Umweltbundesamt nennt 40 bis 60 Prozent als Bereich für die Raumluft; bei alter Verglasung und Frost zeigt die Tabelle oben, dass erst Werte unter 50 Prozent die Scheibe trocken halten.
  7. Entfeuchten, wo Lüften nicht reicht. Dazu der nächste Abschnitt.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Kondenswasser am Fenster?

Ja – weil er genau an der Zahl dreht, die den Taupunkt bestimmt. Senkt er die Raumluft bei 20 °C von 60 auf 50 Prozent, fällt der Taupunkt von 12,0 auf 9,3 °C; bei 40 Prozent sind es 6,0 °C. Eine Scheibe, die bei 60 Prozent nass wird, kann bei 50 Prozent trocken bleiben.

Wie viel Wasser muss dafür aus der Luft? Erstaunlich wenig – und genau das führt in die Irre. In einem Zimmer mit 20 m² und 2,5 Metern Höhe stehen 50 Kubikmeter Luft. Bei 20 °C trägt ein Kubikmeter höchstens 17,3 Gramm Wasserdampf; von 60 auf 50 Prozent sind es also 17,3 × 0,10 × 50 = 86,5 Gramm, keine 0,1 Liter. Entscheidend ist, was nachkommt: Unser Rechner setzt je Person 1,2 Liter am Tag an, die Verbraucherzentrale nennt rund zehn Liter täglich für vier Personen. Ein Luftentfeuchter muss die Luft also nicht einmal trocknen, sondern Tag für Tag gegen diesen Nachschub arbeiten.

Dafür zählt nicht die Literzahl auf dem Karton. Sie gilt unter Prüfbedingungen von 30 °C und 80 Prozent. Bei 20 °C und 50 Prozent bleiben davon rechnerisch 36 Prozent: 17,3 × 0,50 = 8,65 Gramm je Kubikmeter gegen 30,4 × 0,80 = 24,32 Gramm, 8,65 ÷ 24,32 = 0,36.

Die 10 Kompressorgeräte der Klasse bis 12 Liter am Tag in unserem Vergleich holen bei 20 °C und 50 Prozent rechnerisch 3,6 bis 4,3 Liter am Tag (Literangabe × 0,36). Zum Vergleich: Zwei Personen geben nach dem Ansatz des Rechners 2 × 1,2 = 2,4 Liter am Tag ab.

Welche Literleistung dein Raum braucht, rechnet der Luftentfeuchter-Rechner aus Fläche, Temperatur, Zielfeuchte, Personen und Wäscheladungen aus. Alle 22 Geräte stehen im Luftentfeuchter-Vergleich.

Fenster auf oder zu, wenn der Luftentfeuchter läuft?

Zu. Bei offenem oder gekipptem Fenster entfeuchtet das Gerät Luft, die laufend ersetzt wird. Sinnvoll ist die Reihenfolge: erst stoßlüften, dann Fenster und Zimmertür schließen, dann das Gerät laufen lassen. Stelle den Hygrostat auf 50 Prozent; dann schaltet das Gerät ab, sobald der Wert erreicht ist. Aufstellen solltest du es in dem Raum mit den nassen Scheiben, frei stehend und nicht hinter dem Vorhang.

Trotz Luftentfeuchter nasse Fenster?

  • Die Zielfeuchte ist zu hoch eingestellt. Bei 60 Prozent beschlägt altes Glas bei strengem Frost weiter – die Grenze liegt für −10 °C rechnerisch bei 51 Prozent.
  • Das Glas ist kälter als der Taupunkt trockener Luft. Bei 20 °C und 40 Prozent liegt der Taupunkt bei 6,0 °C. Ist der Glasrand kälter, bleibt dort ein nasser Streifen. Noch trockenere Luft ist keine Lösung: 40 Prozent sind das untere Ende des Bereichs, den das Umweltbundesamt nennt. Hier hilft nur besseres Glas.
  • Das Gerät steht im falschen Raum oder die Zimmertür ist offen – dann arbeitet es gegen die Feuchte der ganzen Wohnung.
  • Es ist nachts aus. Im Schlafzimmer entsteht die Feuchte, während du schläfst.
  • Der Nachschub ist größer als die Leistung, etwa wenn im selben Raum Wäsche trocknet.

Außen beschlagen, zwischen den Scheiben, im Falz: drei Sonderfälle

Außen beschlagene Scheiben sind kein Mangel, sondern ein Zeichen guter Dämmung – so beschreibt es BauNetz Wissen: Je besser die Verglasung dämmt, desto kälter bleibt die Außenscheibe. Nach klaren Nächten kann sie unter den Taupunkt der Außenluft abkühlen und beschlagen. Ein Luftentfeuchter im Zimmer ändert daran nichts, und er muss es auch nicht.

Kondenswasser zwischen den Scheiben ist etwas anderes. Der Randverbund dichtet den Scheibenzwischenraum gegen Wasserdampf ab und enthält ein Trockenmittel für die Restfeuchte. Beschlägt es zwischen den Scheiben, ist diese Abdichtung nicht mehr dicht. Das lässt sich weder weglüften noch wegentfeuchten, sondern nur durch den Austausch der Verglasung beheben.

Wasser im Falz zwischen Flügel und Rahmen deutet darauf hin, dass feuchte Raumluft an der inneren Dichtung vorbei in den kalten Falz gelangt. Dichtungen prüfen und den Flügel nachstellen lassen; trockenere Raumluft verringert die Menge, behebt die Undichtheit aber nicht.

Ist Kondenswasser am Fenster schlimm?

Die beschlagene Scheibe selbst nicht. Glas nimmt keinen Schaden, und als Warnzeichen ist sie sogar nützlich: Sie zeigt, dass an der kältesten Stelle des Raums der Taupunkt erreicht ist. Kritisch wird, was daneben liegt. Läuft das Wasser täglich in Dichtung, Silikonfuge und Laibung, bleiben diese Stellen dauerhaft feucht; die Verbraucherzentrale zählt Fensterlaibungen und Rollladenkästen zu den Wärmebrücken, an denen Schimmel besonders leicht entsteht. Wie man die Feuchte an einer kalten Wandecke nachrechnet, steht im Ratgeber Luftentfeuchter gegen Schimmel.

Quellen

Alle Quellen abgerufen am 11. Oktober 2026.

Welche Literleistung braucht dein Raum?

Fläche, Temperatur, Zielfeuchte und Wäsche eingeben – der Rechner nennt Bedarf, Laufzeit und Stromkosten für passende Geräte.

Zum Luftentfeuchter-Rechner →

Geräte für Wohnräume vergleichen

Alle 22 Geräte mit Bauart, Literleistung, Leistungsaufnahme, Tank und Lautstärke – fehlende Herstellerangaben offen gekennzeichnet.

Zum Luftentfeuchter-Vergleich →

Häufige Fragen

Warum beschlagen Fenster von innen?

Weil die Scheibe kälter ist als der Taupunkt der Raumluft. Bei 20 °C und 60 Prozent Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei 12,0 °C, bei 50 Prozent bei 9,3 °C – gerechnet mit der Magnus-Formel des Deutschen Wetterdienstes. Jede Fläche, die kälter ist, wird nass, und die Fensterscheibe ist im Winter oft die kälteste Fläche im Raum.

Ab welcher Luftfeuchtigkeit beschlagen Fenster?

Das hängt an der Verglasung. Für −10 °C außen und 20 °C innen nennt das ift Rosenheim 9,5 °C an der Innenseite einer unbeschichteten Zweifachverglasung, 15,9 °C mit Wärmedämmbeschichtung und 17,7 °C bei beschichtetem Dreifachglas. Daraus ergibt sich rechnerisch: Die alte Scheibe beschlägt ab etwa 51 Prozent Raumfeuchte, die beschichtete ab 77 Prozent, das Dreifachglas ab 87 Prozent. Am Glasrand liegt die Grenze niedriger.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Kondenswasser am Fenster?

Ja, weil er den Taupunkt senkt: Von 60 auf 50 Prozent bei 20 °C fällt er von 12,0 auf 9,3 °C. Eine Scheibe, die bei 60 Prozent nass wird, kann bei 50 Prozent trocken bleiben. Grenzen hat das bei sehr kaltem Glas – Einfachverglasung, Glasrand, strenger Frost –, das selbst bei 40 Prozent noch unter dem Taupunkt von 6,0 °C liegen kann.

Warum sind die Fenster trotz Lüften und Heizen nass?

Meist kommen mehrere Dinge zusammen: eine alte Verglasung, die bei −10 °C Außentemperatur rechnerisch schon ab etwa 51 Prozent Raumfeuchte beschlägt, ein über Nacht geschlossenes Schlafzimmer, Vorhänge oder Rollos, die die warme Raumluft von der Scheibe fernhalten, und ein Hygrometer, das in der Raummitte misst statt am Fenster. Nach dem Einbau dicht schließender Fenster muss laut Umweltbundesamt außerdem verstärkt gelüftet werden.

Warum ist das Schlafzimmerfenster morgens nass?

Laut Umweltbundesamt gibt jede Person pro Nacht etwa einen Viertelliter Wasser an die Raumluft ab. Bei geschlossener Tür und geschlossenem Fenster steigt die Luftfeuchte, und die Scheibe ist die kälteste Fläche im Raum. Das Umweltbundesamt empfiehlt, das Schlafzimmer morgens nach dem Aufstehen 5 bis 10 Minuten bei weit offenem Fenster zu lüften.

Fenster von außen beschlagen – ist das ein Mangel?

Nein. Bei gut dämmender Verglasung bleibt die Außenscheibe kalt, weil wenig Wärme von innen nachkommt; nach klaren Nächten kann sie unter den Taupunkt der Außenluft abkühlen und beschlagen. BauNetz Wissen nennt das ausdrücklich keinen Mangel. Anders ist es bei Kondenswasser zwischen den Scheiben: Dann ist der Randverbund undicht, und das lässt sich nur durch den Austausch der Verglasung beheben.

Luftentfeuchter: Fenster auf oder zu?

Zu. Bei offenem oder gekipptem Fenster entfeuchtet das Gerät Luft, die laufend ersetzt wird. Sinnvoll ist die Reihenfolge: erst stoßlüften, dann Fenster und Zimmertür schließen, dann das Gerät mit einer Zielfeuchte von 50 Prozent laufen lassen.

Stand: 11. Oktober 2026. Alle Gerätewerte sind Herstellerangaben aus unserem Vergleich; gerechnet, nicht gemessen.

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